TSV Eintracht Immenbeck Fußball
1. Herren: Zittern bis zum Ende – SpĂ€te Punkteteilung gegen Mu/Ku

IMMENBECK. Sonnig und trocken prÀsentierte die Brune Naht sich am vergangenen Spieltag ihren Besuchern. Bereits vor dem Anpfiff in der Bezirksliga gelang der 2. Herren des TSV ein Husarenritt und die Spitzenreiter von Mu/Ku II wurden mit 5:1 (3:0) besiegt. Um 15:00 kreuzten dann die 1. Mannschaften der Eintracht und des FC Mulsum/Kutenholz die Schienbeine.

 

In der Vergangenheit gab es oft Duelle auf Augenhöhe, wenngleich die Bilanz zuletzt fĂŒr die GĂ€ste spricht. Sowohl in der Aufstiegssaion, als auch vergangene RĂŒckrunde konnte die Mannschaft von Robert Kneller als Sieger vom Feld gehen. FĂŒr Immenbeck steht nun nach dem ersten Saisonsieg in Apensen ein Heimsieg auf dem Speiseplan. Entsprechend offensiv hat Coach Wiede seine Truppe eingestellt und die zeigt in den ersten Minuten attraktive AnsĂ€tze. Den ersten sauberen Spielzug veredelt Immenbecks Spielmacher Raschke gekonnt per Kopf. Nach pfannenfertiger Vorlage von Rechtsverteidiger Schöngraf stĂ¶ĂŸt Raschke zu und es schlĂ€gt neben dem machtlosen Witt im Kasten ein (12.). Die nĂ€chsten Minuten gehören ebenfalls der Eintracht, wenngleich die GĂ€ste das SpielgerĂ€t öfter und lĂ€nger in den eigenen Reihen halten. ZunĂ€chst scheitert Ahmad nach Zuckerpass aus der eigenen HĂ€lfte per Kopf am heranfliegenden Witt (17.). Das soll es mit den Attraktionen von Immenbecker Seite erstmal gewesen sein, denn fortan ĂŒbernehmen die in schwarz gekleideten GeestlĂ€nder das Zepter. Funkturm Martens macht vorne die BĂ€lle so fest, wie die BierbĂ€uche unserer Edelfans auf der StehtribĂŒne. In Minute 22 kann er nur unfair getrennt werden. Den fĂ€lligen Freistoß schiebt Strippenzieher Gerkens ins Torwarteck. Bente taucht ab und klĂ€rt zur Seite, wo Routinier Schult aber bereits lungert. UnbedrĂ€ngt trifft Mu/Kus gefĂ€hrlichster Akteur der laufenden Saison nur den Außenpfosten (22.). Im direkten Gegenzug schaltet Abwehrchef Schmidt sich offensiv mit ein und fehlt plötzlich im Deckungszentrum. Martens startet in die Gasse und umkurvt Bente. Der flach rollende Ball hebt schon die Ärmchen zum Jubel, doch Schulz rauscht heran und klĂ€rt in höchster Not zur Ecke. Über weite Strecken der ersten HĂ€lfte lĂ€sst der FC den Ball sicher laufen, beißt sich aber an der mit vier nominellen Innenverteidigern bestĂŒckten Abwehrreihe die ZĂ€hne aus. Zumeist werden FlankenbĂ€lle aus dem Halbfeld ohne genaue Destination serviert. FĂŒr einen Hauch von Entlastung sorgt wenig spĂ€ter Kock, der sich bereits frĂŒh eine berechtige gelbe Karte einfĂ€ngt. Er entwischt den ansonsten gut stehenden Steffens und Richter im Abwehrzentrum und schließt etwas ĂŒberhastet mit einer Sprungkick-Hebefigur-Kombi ab, die Witt am FĂŒnfer in seine imaginĂ€re MĂŒtze winkt (35.). Die erste HĂ€lfte gleicht großteils einem Ă€lteren Brotlaib, wartet aber vereinzelt mit schmackhaften Leckerbissen auf. Unterm Strich ist die Immenbecker FĂŒhrung etwas glĂŒcklich.

 

Philipp Raschke (links) brachte die Eintracht per Kopfball frĂŒh in FĂŒhrung. Foto: N. Meier

 

Halbzeit zwei beginnt Ă€hnlich trocken. Mu/Ku ist feldĂŒberlegen, aber ohne wirkliches Mittel in der Offensive. Schult wirbelt schneller als GĂŒnter Altmanns Grillzange, aber auch nach drei umkurvten Gegnern fehlt der entscheidende Pass. Die Eintracht baut offensiv insgesamt ab, bleibt aber durch gute Kontersituationen gefĂ€hrlich. Es sieht lange nach einem schmutzigen Sieg aus. FĂŒr Mu/Ku verzeichnet der junge Adriano Meyer mit einem zu unplatzierten Abschluss bis dahin die beste Gelegenheit (50.). FĂŒr Immenbeck kann der heute offensiver eingestellte MĂŒsing den Ball aus halbrechter Position nicht mehr auf den Kasten bringen (54.) Die GĂ€ste tauschen offensiv und bringen den jungen Niklas Gerken fĂŒr Abwehrmann Schliecker. Die Eintracht ersetzt den gelb-rot gefĂ€hrdeten Kock durch Ray Böttcher. In Spielminute 80 muss die Eintracht den Siegtreffer nach schöner Aktion machen, aber Witt ist erst gegen Marbes zur Stelle und springt dann waghalsig in Poppes Dampfhammer, der weit aus dem Strafraum springt. Plötzlich geht es blitzschnell und Schult wird ĂŒber rechts freigespielt. Nach flinkem Schlenker setzt er den Ball platziert ins linke Toreck (81.). Der FC ist wahrlich nie abzuschreiben, was aber auch zu keinem Zeitpunkt zur Debatte stand. GefĂŒhlt war die Eintracht von der QualitĂ€t der Chancen zum Ende hin dem Erfolg nĂ€her, aber es kommt doch anders. Immenbeck ist der Punch nach dem Ausgleich anzumerken, aber dennoch gelingt dem FC, der hier eine starke und energische Schlussphase bietet, keine Großchance mehr. Eine flache Hereingabe vom aufgerĂŒckten Richter will Marvin Schmidt klĂ€ren, wischt den Ball aber unglĂŒcklich ins lange Eck des eigenen Tores. Böser Tiefschlag zum Ende (90.). Es herrscht kurze PerplexitĂ€t auf den RĂ€ngen und dem Feld: hat die Eintracht sich das hier wirklich noch selbst verbaut? Am Ende fliegen die BĂ€lle nur noch hoch in den Strafraum der GĂ€ste. Kevin Schulz geht als Leithammel ins Zentrum. Ein letzter Service von Schmidt aus der eigenen HĂ€lfte. Schulz geht hoch, kommt aber nicht an den Ball. Hinter ihm prallen Keeper Witt und Abwehrmann Steffens zusammen und die Murmel aalt sich durch. Am FĂŒnfer nimmt Böttcher den freien Ball auf und behĂ€lt vor dem verwaisten Tor die Nerven – 2:2 (93.). Hinterher wird nur noch fĂŒr die Galerie angepfiffen, dann ist Feierabend auf der Brune Naht.

Fazit: Man kann sicherlich wie in so vielen Spielen hin- und herargumentieren. Am Ende hilft der eine Punkt beiden Mannschaften nicht wirklich, aber er ist wahrlich auch kein Drama. Unter RĂŒckbetrachtung der VerhĂ€ltnisse auf dem Platz ĂŒber 90 Minuten ist er vor allem eins: gerecht. Die Eintracht steht mit nun fĂŒnf Punkten auf dem 11. Platz. Mulsum/Kutenholz mit acht ZĂ€hlern auf selbigem Platz. UnrĂŒhmlicher Spitzenreiter ist die Eintracht in Sachen Karten: Nach fĂŒnf gespielten Partien wurde gegen den TSV bereits 14 gelbe PappkĂ€rtchen gezĂŒckt und zwei Platzverweise ausgesprochen. Die Mannschaft muss aufpassen, dass man sich bei allem Einsatz nicht irgendwann selbst schwĂ€cht. Kommende Woche geht es fĂŒr das Immenbecker Team auswĂ€rts gegen den TV Langen (15:00 Uhr). Wer im Bus mitfahren will, ist zur Abfahrt um 12:00 Uhr in Immenbeck herzlich willkommen. Der FC Mulsum/Kutenholz bekommt es zuhause mit dem Spitzenreiter vom ASC Cranz-EstebrĂŒgge zu tun. Heißen muss das aber nichts, denn im Pokal behielt Rot-Schwarz-Rot die Oberhand. Erfreuliche News gibt es zum Abschluss noch aus unserer U23. Das junge Team ist mittlerweile in der 2. Kreisklasse angekommen und ließ der 3. Garde der SV A/O beim 5:1 keine Chance – sauber! Ein herzliches Dankeschön auch an unseren syrischen Wirbelwind Nijerwan Ahmad, der das Team nach Abpfiff mit kulinarischen Köstlichkeiten aus seiner Heimat verwöhnt sowie natĂŒrlich an alle Zuschauer. FĂŒr die Eintracht!

 

FĂŒr die Eintracht im Einsatz: F. Bente, M. Marbes, K. Schulz, M. Schmidt, K. Schöngraf, M. Poppe, N. Ahmad, J. Schmidt, E. MĂŒsing (ab der 86. Minute T. Leffler), P. Raschke, J. Kock (ab der 76. Minute R. Böttcher)

 

TorschĂŒtzen (Vorlage): 1:0 P. Raschke (12., Schöngraf), 1:1 D. Schult (81., Martens), 1:2 ET M. Schmidt (91., Richter), 2:2 R. Böttcher (93., Schmidt)

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